Jordanien ist aktuell Gastgeber für fast 750.000 geflüchtete Menschen. Rund 80% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Ein Großteil der Menschen sind auf schlecht bezahlte und zum Teil lebensgefährliche Arbeit angewiesen, um die Grundbedürfnisse ihrer Familien zu sichern.

Als die Pandemie Anfang März 2020 in Jordanien eintraf, ergriff die Regierung sehr schnell Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung. Das gesamte Land wurde abgeriegelt und alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte mussten schließen. Während diese Maßnahmen hinsichtlich der Eindämmung des Virus weitgehend erfolgreich waren, so waren und sind die Auswirkungen für geflüchtete Menschen und Familien mit niedrigem Einkommen verheerend. Über Nacht verschwand das Einkommen aus informeller Arbeit, auf die viele Menschen angewiesen waren. Darüber hinaus musste die Mehrheit der humanitären Organisationen ihre Arbeit einstellen, wodurch viele nicht mehr in der Lage sind, essentielle Grundbedürfnisse zu decken und vor die Wahl gestellt werden, ob sie die Miete zahlen, medizinische Versorgung suchen oder ihre Kinder ernähren sollen. Die zusätzlichen Preiserhöhungen für lebensnotwendiger Güter machen es noch viel schwieriger im Kampf ums Überleben. Durch enge Beziehungen zur örtlichen Gemeinde konnten während der gesamten Dauer des Lockdowns Nothilfeprogramme für die geflüchteten Familien geleistet werden, zum Beispiel in der Form von Lebensmittelgutscheinen.

 

„Zwei Monate lang nicht darüber nachdenken zu müssen, woher wir Lebensmittel bekommen können, gibt uns etwas Luft zum Atmen“, berichtet ein Geflüchteter aus Nordirak. „Wir haben eine fünfköpfige Familie mit zwei kleinen Töchtern zu versorgen.” Mit dem Essensgutschein können wichtige Grundnahrungsmittel wie Öl, Reis, Mehl, Zucker oder Bohnen besorgt werden. In dieser Zeit, in der die Schulen geschlossen bleiben, stehen viele Familien unter zusätzlichem Druck, Mahlzeiten bereitzustellen, die normalerweise über das öffentliche Bildungssystem übernommen wurden.

 

Unser Partner CRP verfolgt dabei die Wirkung dieses Nothilfeprogramms indem das Wohlergehen der Familien, die mit Lebensmittelgutscheinen versorgt wurden, anhand von Indikatoren wie dem Food Consumption Score (FCS) und dem Reduced Coping Strategies Index (rCSI) analysiert wird. Es zeigte sich, dass Familien, die Lebensmittelgutscheine erhalten, eine größere Vielfalt an Lebensmitteln wie Fleisch und Milchprodukte einkaufen. Zudem sind die Familien nicht mehr gezwungen Mahlzeiten zu portionieren oder Kredite und Schulden aufzunehmen.