Die jordanische Regierung hat sehr schnell auf den Ausbruch der Corona-Pandemie reagiert und strikte Sperrmaßnahmen eingeführt . Diese, Stand jetzt, waren weitgehend erfolgreich und die die Ausbreitung des Virus konnte deutlich verlangsamt werden.

Infolgedessen lockerte die Regierung die Beschränkungen und die meisten Unternehmen nahmen wieder ihren Betrieb auf. Auch Geschäfte haben mittlerweile wieder geöffnet. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind aber nach wie vor sehr schwerwiegend, da ein Großteil der jordanischen Wirtschaft auf den Tourismus angewiesen ist. Dies wird sich in naher Zukunft wohl kaum erholen.

Wie bereits berichtet, sind die Auswirkungen der Ausgangsbeschränkungen insbesondere für Geflüchtete und Familien mit niedrigem Einkommen erheblich. Zusätzlich zum Einkommensverlust durch fehlende informelle Arbeit berichtet einige Gemeinschaften von Preiserhöhungen für bestimmte Güter, welche die prekäre Lage der Menschen mit geringem Einkommen weiter verschärft. Kinder und Jugendliche leiden zudem darunter, dass seit März die Schulen geschlossen sind und frühestens im September wieder öffnen werden.

Aktuell ist unsere größte Sorge, dass viele der am meisten gefährdeten Kinder im Bildungssystem weiter abgehängt werden. Das staatliche Bildungsprogramm für Home Schooling “darsak” ist für sie nur schwer zugänglich, da die Teilnahme eine zuverlässige Internetverbindung und ein internetfähiges Gerät voraussetzt. Doch verfügen viele Familien in unseren Gemeinschaften über keinen eigenen Computer oder Tablet. Und, wenn doch, dann müssen sich oftmals mehrere Kinder einer oder mehrerer Familien dieses eine Gerät teilen, um ihre Schulaufgaben und Prüfungen zu erledigen

 

Unsere aktuelle Arbeit im Projekt „Ein Ort für Alle: Gesellschaft vereint“ von CRP

Trotz erster Lockerungsmaßnahmen dürfen wir zurzeit noch nicht unsere Gemeinschaftszentren öffnen und dort unsere Tätigkeit wiederaufnehmen. Alle unsere Mitarbeiter*innen arbeiten daher weiterhin aus dem Homeoffice, indem sie hauptsächlich über Online-Plattformen und Telefongespräche mit unseren Gemeindemitgliedern in Kontakt bleiben. Darüber hinaus führen wir unser Nothilfeprogramm weiter, welches weiterhin auf viel Nachfrage stößt, und wir haben Teile unseres Programms aus dem Gemeinschafszentrum erfolgreich online gestellt.

Wir freuen uns sehr, berichten zu können, dass der “After School Club” eines der Programme ist, das jetzt täglich online läuft. Das alles hat im März angefangen, als unser Jugendteam Aktivitätsideen für zuhause an die Eltern der Kinder verschickt hat. Inzwischen hat sich das zu einem vollen Wochenplan mit vielfältigen Aktivitäten entwickelt, welche die Kinder entweder alleine oder mit ihren Eltern gemeinsam machen können; z.B. Kunstprojekte, aber auch Rechenaufgaben. Die Eltern können anschließend die Ergebnisse der Kinder per Foto an das Jugendteam schicken. Das Team tauscht sich dann wiederrum regelmäßig mit den Eltern über die Entwicklungen aus.

Nachdem der Lehrplan von uns überdacht und angepasst wurde, ist vor kurzem auch das „Teen Leadership-Program“ als Online-Variante gestartet worden. Auch hier gab es natürlich die bereits genannten Herausforderungen wie beispielsweise schlechtes Internet oder der fehlende Zugang zu internetfähigen Geräten. Wir werden dies in den nächsten Wochen genau beobachten und dann entscheiden, ob wir weitere Anpassungen vornehmen müssen.