Viele geflüchtete Familien, die unser Projekt unterstützt, befinden sich derzeit aufgrund der strikten Beschränkungen rund um die Corona-Pandemie in sehr prekären Lagen und sind mehr als sonst auf Hilfe angewiesen. Unsere Partner von „Collateral Repair Project“ (CRP) in Amman/Jordanien haben im Gegensatz zu vielen anderen Nichtregierungsorganisationen vor Ort, die ihre Arbeit nach dem Ausbruch von Covid-19 eingestellt haben, ihre Bemühungen massiv verstärkt, um die dringenden Bedürfnisse der Familien bestmöglich zu erfüllen. Im Rahmen eines Nothilfeprogramms haben sie seit März monatlich insgesamt 860 Familien mit Lebensmittelgutscheinen und Hygiene-Kits unterstützen können.

 

Dieses seit nun vier Monaten laufende Programm gibt den Familien ein wenig mehr Sicherheit. Aus einer früheren Studie von CRP geht hervor, dass Familien, die Nahrungsmittelgutscheine erhalten, sich deutlich besser ernähren können und Mangelernährung vorgebeugt wird. Darüber hinaus müssen diese Familien ihre Mahlzeiten nicht mehr so stark rationieren und weniger auf Kredite zurückgreifen, um Essen zu erwerben.

 

Nadia aus Syrien beschreibt, wie das Nothilfeprogramm einige der alltäglichen Sorgen beseitigt hat: „Wir haben wieder Fleisch und einige andere Lebensmittel kaufen können, nach denen wir uns vor allem während des Ramadans gesehnt haben“. Die Ausgabe in Form eines Gutscheins hat Nadia darüber hinaus auch wieder ein Gefühl der Wahlfreiheit gegeben.

 

Ohne die alltägliche Auseinandersetzung mit der Frage der Ernährungssicherheit konnte sich Hiba und ihre Familie aus Syrien wieder auf andere Dinge konzentrieren: „Wir besuchen Online-Englischkurse, meine Kinder lernen auf WhatsApp für ihre Schulprüfungen und wir beginnen langsam wieder, uns dem normalen Leben etwas näher zu fühlen. Ich kann nicht in Worte fassen, wie unglaublich dankbar wir für diese Unterstützung sind. Sowohl dafür, dass das Verfahren für den Zugang zu den Gutscheinen und Hygiene-Kits wirklich simpel war, als auch dafür, dass die Mitarbeiter*innen vor Ort uns immer mit Transparenz, Würde und Respekt behandeln“.

 

Für Salem und seine Frau haben die Lebensmittelgutscheine ermöglicht, dass sich ihr Sohn wieder auf die Aus- und Weiterbildung konzentrieren konnte. „Ich möchte wirklich, dass meine Kinder Schule und Studium erfolgreich abschließen, aber mein Jüngster hat unseren Kampf in der letzten Zeit gesehen und wollte etwas dazu beitragen. Er hat eine Stelle in einer örtlichen Bäckerei gefunden, um für umgerechnet etwa drei Euro am Tag zu arbeiten. Wir waren uns alle sehr schnell einig, dass dies kein Weg aus der Krise sein kann und wir nicht Teil einer solchen Kinderausbeutung sein wollten“.